👉👉HELMUT H. KRÜGER ....GEDICHTE 👈👈

Seite 2 


Hier stelle ich dem Leser weitere Gedichte und Büchertitel von 
Helmut H. Krüger vor.
Seine Gedichte werden regelmäßig
in der Fehmarnschen Tageszeitung 
vorgestellt.
Bücher wie : 
Gedankenflüge (Von Fehrmarn um die ganze Welt),
Gedichte für den Alltag (Mit Humor und Augenzwinkern)
Fehmarns  Hausapotheke
♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣♣

Strauss im Oktober

 Im Herbst, da ist die Welt viel bunter.
Welch wunderschöne Farbenpracht.
Altweibersommer lockt noch munter,
ein warmer Sonnenstrahl taucht unter
in einer letzten lauen Nacht.

 Im Herbstwind stolz die Drachen steigen.
Sie schweben über freiem Land
und tanzen wie beschwipst den Reigen.
Die Kinder drunten staunend schweigen,
die Schnur fest in der kleinen Hand.

 Im Dämmerlicht Kartoffelfeuer.
Die Knolle gart am spitzen Holz.
Es qualmt und prasselt ungeheuer.
Der Kinder erstes Abenteuer,
und ihre Augen leuchten stolz.

 Herr Strauss  denkt heut  ans Kofferpacken,
er war schon lange nicht mehr da.
Er hört beim Haselnüsseknacken
im Radio die Donkosaken -'
und träumt von Gran Canaria.

 Noch rollt hier die Coronawelle
und das mit steigender Tendenz.
Rückt Ungeimpften auf die Pelle.
tagtäglich zählt man neue Fälle.
Fachleuten fehlt hier der Konsens.

 Die Stürme rütteln an den Fenstern
und stören den verdienten Schlaf.
Herr Strauss träumt von den Schlossgespenstern.
In den so  kühlen Nächten glänzt gern
der Geist, den er in Flaschen traf.hhk

Strauss im August

 Die Hundstage in diesem Jahr
sind heuer ohne Lust.
Die Hitze, wie sie früher war,
war spärlich im August

 
Heut‘ halt ich‘s kaum im Zimmer aus.
fast achtundzwanzig Grad
im Schatten, nördlich, hinterm Haus.
Der Sommer kriegt Format,

 Die Ernte ist in vollem Gang.
Was uns der Garten spendet
nimmt Strauß ganz gerne in Empfang.
Es wird    auch gleich verwendet.

 Sein Nahrungsmittel heiß jetzt Quark,
auch ohne Paprika.
Denn er braucht wieder jede „Mark“
für Gran Canaria.

 Noch ist es lange nicht so weit,
ich kauf jetzt Heizöl ein.
Die „Zeit“ schreibt eine gute Zeit,
es soll jetzt günstig sein.

 Die ersten, die auf Achse war´n,
die kehr´n erholt zurück.
Ab jetzt beginnt erneutes spar´n
für´s nächste Urlaubsglück.

 Corona steigt jetzt  stetig an,
die  Welle nimmt neu Maß
Wie man sich  heut‘ schon denken kann
wird das kein großer Spaß

 Ich sitz auf meiner Gartenbank
und lehne mich zurück.
Dem Himmel sag ich leise Dank
für unverdientes Glück.  hhk




Überraschung
 
Ein Apfelbaum im Garten steht,
seit vielen Jahren schon.
Ich pflege ihn so gut es geht
und Äpfel sind mein Lohn.
 
Im frühen Jahr das Blütenbild
das mich stets glücklich macht
und manch geheime Sehnsucht stillt
die stets im Lenz erwacht.
 
Im Sommer folgt der Fruchtansatz
an meinem Apfelbaum.
Der ist im Herbst der süße Schatz
in meinem kühnen Traum.
 
Die erste Frucht von meinem Baum,
viel früher als man denkt,
bekomme ich, man glaubt es kaum,
mit einem Wurm geschenkt

hhk

Strauß im Juli
 Jetzt ist der Sommer endlich da,
und das mit einer Hitze.
Wie einst in Gran Canaria
denk ich. Und wie ich schwitze.
 
Die Lämmer auf der Weide sind
inzwischen fast erwachsen.
Die Väter sind mit Frau und Kind
zwecks Urlaubes auf den Achsen.
 
An manchen Tagen war´s zu heiß,
es war kaum zu ertragen.
Herr Strauss schwimmt fast im eignen Schweiß,
das schlägt schwer auf den Magen.
 
Strauss war heut wieder mal beim Test
er findet das auch richtig.
Er geht heut mal zu einem Fest,
die Sicherheit ist wichtig.
 
Corona fährt im kleinen Gang,
obwohl die Werte steigen
Normalität, ein neuer Klang,
Was wird, das wird sich zeigen.
 
Wir schauen stolz und selbstbewusst
der neuen Zeit entgegen.
Man hofft, es bringt uns der August
erwünschten Erntesegen. hhk

Geschmacksfrage.

 Meist dunkelrot, fast hundertfach,
gibt es dich in meinem Garten.
'Bist wie die Königin im Schach,
kann die Ernte kaum erwarten.

Ich freu´ mich schon auf den Salat,
und auf andere Gerichte.
Bist geschmacklich nicht so fad,
noch nicht Supermarktsgeschichte.

 Wie so manch ein Exemplar
dem man den Geschmack entzogen,
war am Anfang wunderbar,
auch geschmacklich ausgewogen.

 
Du bist meine eig´ne Zucht,
das Ergebnis meiner Taten,
rund herum bist du `ne  Wucht -
schmeckst noch wirklich wie Tomaten. hhk

 

Dankgebet
Mein lieber Gott ich danke dir,
wie Du ist keiner sonst zu mir.
Hab über´m Kopf ein festes Dach,
leb´ in Ruh, hab selten Krach.

 Ich hab  zu Essen, bin stets satt.
Fühle mich fit, bin selten matt.
Sauberes Wasser hab ich auch,
steh auch sonst nicht auf dem Schlauch

 Ich bin noch relativ gesund,
habe zum Klagen keinen Grund.
In leb´ ich Frieden Jahre lang
dafür sag ich  extra Dank.

 Nun höre meine Bitte hier:
Bleib auch weiter gut zu mir. hhk

 

Wenn der Flieder ...
 
Wenn blau-weiß der Flieder wieder blüht
 dabei manch´ ein junges Herz erglüht.
Wenn ein Troubadour sein Liedchen singt
das dann durch die lauen Nächte klingt.
 
Tausend bunte Träume werden  wahr
übers Jahr war dann ein Hochzeitspaar,
das bisher allein durchs Leben schritt,
völlig  überraschend nun zu dritt.
 
Manch ein alter Mensch denkt so wie einst
wird es nicht selbst wenn du Tränen weinst
Deine Zeit der Jugend  und das Glück
sind vorbei und kommen nie zurück.
 
Wenn blau-weiß der Flieder wieder blüht
und sich die Erinnerung heftig müht
weiß ich es wird doch in jedem Jahr
wieder eine junge Liebe wahr. hhk




Die Friedhofsgärtnerin
 
Die Friedhofsgärtnerin Helene
war stets sehr fromm und arbeitsam.
Ihr Mann sehr schlimm, dass manche Szene
alsbald ein böses Ende nahm.
 
Ihr Mann, der Friedhofsgärtner Herbert
schlug seine Frau oft windelweich
sehr lange war sie ihm nichts mehr wert,
seit Jahren schon dem Gatten gleich.
 
Die arme Frau sann längst auf Rache,
auf´s Ende dieser Grausamkeit.
Doch für die leidgeprüfte Schwache
war dieser Weg unendlich weit.
 
Das gute Recht, dass man sich wehre
beansprucht sie jetzt ebenfalls.
und mit der spitzen Heckenschere
durchsticht sie ihres Mannes Hals.
 
Die Hühnersuppe war am köcheln,
das Hühnchen wurde langsam gar.
Des Friedhofsgärtners letztes Röcheln
neben dem Herd zu hören war.
 
Fast zärtlich, ohne List und Tücke
für ihn soll es das Beste sein
teilt sie den schweren Mann in Stücke,
packt ihn in Plastiktüten ein.
 
Zur Nacht, bei Mond und Sterngefunkel
bringt sie den Friedhofsgärtner fort.
Kein Zeuge sah´s, es war stockdunkel -
der Friedhof schien der rechte Ort.
 
Ein altes Grab, schon vorbereitet,
ist für den Toten vorgeseh´n.
Ins Erdreich nun der Leichnam gleitet,
kein Hahn wird nach dem Alten kräh´n.
 
Die Friedhofsgärtnerin Helene
ist ihren groben Alten los,
und sie vergoss nicht eine Träne -
verdankt ihr Glück nur einem Stoß.
 
Und die Moral von der Geschichte:
Das Licht vom Friedhof schimmert fahl
was ich von der Berufswahl dichte -
Die Augen auf bei dieser Wahl.
hhk

 


Strauß im Mai.

 Zwei Wochen ist er wieder
zu Haus. Und braun gebrannt.
Inzwischen blüht der Flieder
blau-weiß im ganzen Land. 

Ich seh´ dagegen kränklich,
ein bisschen blässlich aus.
Er fragt mich leicht verfänglich:
„Gehst du nie aus dem Haus.?“ 

Na klar, ich bin jetzt täglich
gern an der frischen Luft.
Ich fühl mich trotzdem kläglich
im Frühlingsblumenduft.

Die Farbe nimmt allmählich
jetzt zu. Und nicht zu knapp.
Bei ihm da nimmt sie schmählich
im gleichen Tempo ab. 

Der Mai hat laue Nächte,
da kommt oft Freude auf.
Oft schmieden Schicksalsmächte
dir deinen Lebenslauf. 

Ich war hier sehr vernünftig.
Mein Freund der war es nie.
Ich bleibe es auch künftig
kostet´s auch manchmal Müh. 

Ich hab nun seit drei Tagen
die Spritze Nummer zwei.
Strauss ist, man kann´s beklagen,
noch lange nicht dabei, 

So gehen die Maientage
bald ihrem Ende zu.
Freund Srauss? Welch eine Frage,
hat heut ein Rendezvous. hhk

Wo bleibst du.

 Frühlingszeit ist´s im Kalender.
Draußen da vermiss ich sie.
Der sonst launige Verschwender
fehlt uns hier als Bel Ami. 

Fehlt mit warmen Sonnenstrahlen,
und auch dass die Blumen blüh´n
Fristgerecht bunt anzumalen
dass vergaß sie wie das Grün. 

Ich verweise jetzt nach oben,
(Strophe eins von dem Gedicht)
Frühling, soll´n wir dich noch loben -
bitte dann enttäusche nicht. hhk



Erste Frühlingsgedanken

Jetzt lacht die Sonne endlich wieder,
das erste Mal zur Mittagszeit.
Die Vögel zwitschern erste Lieder,
ich fühle es, es ist soweit: 

Die ersten Blumen werden blühen,
im Garten, schau, das zarte Grün.
Noch muss sich die Natur sehr Mühen,
bald wird das erste Herz erglühn. 

Dann wird die Nacht von Liebesschwüren
und auch vom Lied der Nachtigall
das Leben durch den Frühling führen –
vielleicht bis hin zum Sündenfall.
hhk


Aus dem Leben eines Hundes 

Ein Hund erblickt das Licht der Welt,
das ihm zunächst nicht sehr gefällt.
Er müht sich im Familienkral
mit der Geschwister großer Zahl.
Genießt des Hundelebens Lust
und bellt dabei aus voller Brust,
bis eines Tages ziemlich prompt
ein Frauchen in den Zwinger kommt
und in der kleinen Hundewelt
nach einem solchen Ausschau hält.

 Er setzt sich flugs ins rechte Licht,
doch anfangs klappt das leider nicht.
Jedoch der Kleine gibt nicht auf,
so nimmt das Schicksal seinen Lauf
als jemand laut, doch ungefragt:
„Nun nimm doch den“, zu Frauchen sagt.
Jetzt darf er endlich auf den Arm,
wo er sich kuschelig und warm
lustvoll an Frauchens Busen schmiegt,
die ihn nun ganz behutsam wiegt,
und spricht: „ist er nicht süß und klein –
der Wuschel soll der meine sein. 

Inzwischen eilt die Zeit vorbei:
Der Hund ist groß und auch schon drei
und schaut inzwischen voller Stolz
auf einen Wurf aus seinem Holz.
Er denkt, das Leben macht erst Sinn,
seit dem ich mehrfach Vater bin.
hhk 


Aprilwetter
 
Meistens weiß ja der April
nicht so richtig, was er will.
Gestern hat er Schnee geschickt,
heut mit Sonne uns beglückt
und  mit über zwanzig Grad,
die er uns gespendet hat,
ist´s für den April zu heiß.
Dafür droht demnächst wohl Eis.
 
Hält doch das Azorenhoch
höchstens zwei, drei Tage noch.
Dann tauscht du wahrscheinlich fix
deine flotte Sommerbüx,
mag sie noch so modisch sein,
gegen etwas Warmes ein.
Trotzdem sind die Füße kalt
und es meldet sich alsbald
unverschämt ein Hustenreiz.
 
Ja, und draußen stürmt´s und schneit´s.
Und die Winterreifen steh´n
schon im Keller. Winde weh´n
ziemlich stürmisch aus Nordost.
In den Nächten leichter Frost -
Winter droht mit letzter Kraft.
Du schlürfst fleißig Hustensaft,
schluckst dazu zwei Asperin.
 
Hoffst, das dich die Medizin,
möglichst nebenwirkungsfrei
spätestens bis Anfang Mai
auch von dem Infekt befreit.
Cool übst du Gelassenheit,
nimmst jetzt auch noch Regen hin.
Kratzt dich leicht am Doppelkinn
und stellst fest, das der April
nie weiß, was er wirklich will. hhk



Ein Frühlingsgruß
Hurra, der Frühling zog ins Land
mit ihm die Knospen sprießen.
Die Vögel zwitschern sehr charmant
ihr Liedchen. zum Genießen 

.Das Wetter bläst zur Wanderschaft,
es zieht mich jetzt nach draußen.
Die Sonne spendet Lebenskraft,
wirkt innen und wirkt außen. 

Die Landschaft ist so herrlich grün,
das Wandern ein Vergnügen;
die Veilchen ,die am Wege blüh ́n –
sich in mein Glück einfügen. 

Und auch in der Coronazeit,
wo bunt die Blumen blühen,
da wird mit großer Sicherheit
auch manch ein Herz erglühen   
hhk


  
Ein Gedicht von hhk, vor fünfzig Jahren geschrieben. Bemerkenswert, dass es auch heute
noch seine Aktualität hat.


Von Büchern

 Ich hab so viele Bücher,
ich weiß kaum noch wozu.
Zum Lesen fehlt mir sicher
zur Zeit die rechte Ruh.

 Sie stehen in Regalen
und schmücken meine Wand,
als wollt ich damit prahlen.
Da stehn´sie, Band für Band.

 Hab auch noch alle Bände,
vollzählig von Karl May,
von Heike  eins dabei.

 Dann sind da die von Kästner
und die von Ringelnatz.
Die Bücher von Heinz Erhardt,
ein ganz besond´rer Schatz.

 Ich will kein Buch verlieren.
Doch die von paperbak
die werd ich aussortieren,
dann sind die ersten weg.

 Ich musste einmal lernen:
Ein Buch wirft man nicht fort.
Durch Schenken sie entfernen -
wär wohl das rechte Wort. hhk


Sonntagspaziergang
 
Wand´rer gehst du durch die Lande
findest du am Wegesrande
ein makaberes Idyll:
bundesdeutschen Wohlstandsmüll.
 
Alte Töpfe, Teller, Tassen,
Kannen, Kübel, Kalebassen,
ausrangierte Bettgestelle,
Teppiche und Ziegenfelle.
 
Abgelegte Wintersachen,
 Kinderkleider, die im schwachen
Dämmerlicht noch farbig schienen,
und dazwischen Tüllgardinen.
 
Hier ein krummer Fahrradlenker,
alte Bücher deutscher Denker.
Zwischen bunten Puppenbetten
kaiserliche Epauletten.
 
Dort ein alter Kinderwagen,
Zeitungen aus fernen Tagen.
Sessel mit und ohne Kissen
und Matratzen, arg zerschlissen.
 
Stühle, Kisten Waschmaschinen,
 Schuhe, Stiefel, Holzpantinen,
stumpf geword`ne Rasenmäher
und sogar ein Farbfernseher.
 
Unverschämte Zeitgenossen
werfen weiter unverdrossen
ihren Dreck in diesem Land
 straffrei an den  Straßenrand. hhk





Die Reise zu den Sternen

Willst du zu den Sternen
dann fang zu träumen an,
dabei kannst du dann lernen,
wie leicht man fliegen kann.

 Da unten liegt die Erde
besorgt schaust du hinab,
und denkst dabei ich werde,
bestimmt auch nicht zu knapp,

 die ganze Welt verändern.
Wenn du dann unten bist
dann sagst du den Verschwendern
dass es gleich zwölf Uhr ist. 

 Es klingt wie in Sonetten:
Ihr wollt jetzt etwas tun
um dies Welt zu retten.
Jetzt wär´s wohl opportun.

hhk



Ein erster Frühlingstag
Hurra, der Frühling zieht ins Land.
Die ersten Knospen sprießen,
die Vögel zwitschern schon charmant
ein Liedchen. Zum genießen.

 Das Wetter bläst zur Wanderschaft,
es zieht mich jetzt nach draußen.
Die Sonne spendet Lebenskraft,
wirkt innen und wirkt außen.

 Die Landschaft ist so herrlich grün,
das Wandern ein Vergnügen;
und dass die ersten Blumen blüh´n -
mein Glück in vollen Zügen.
h.h.k


Ein bisschen wen`ger Glück
Im Leben geht´s, das ist bekannt
mal rauf und auch mal runter.
So ist jetzt grad´ in unserm Land -
wie´s aussieht fast "Land unter."

Schon morgen kann das anders sein,
es könnt´schnell vorwärts gehn
und mit dem ersten Sonnenschein
wird es auch wieder schön.

 Mal kommt uns die Zufriedenheit
fast unbemerkt abhanden,
man sonnt sich fast in seinem Leid
und fühlt sich unverstanden.
schon morgen kann das anders sein
und alles wird dann gut.

Denn mit dem ersten Sonnenschein
 wächst oft auch neuer Mut.
Ein bisserl wen´ger Glück
ist lange noch kein Pech,

und mal ein Schritt zurück
muss doch kein Unglück sein.
Ein bisserl wen´ger Glück
ist lange noch kein Pech,
denn selbst ein Meisterstück
muss nicht vollkommen sein
h.h.k


 Strauß im Februar

 Strauss sitzt im Monat Februar,
wie einst sein Nachbar  Krause
am Strand von Gran Canaria.
Und  ich. Ich frier´ zuhause.

 Strauss lässt es sich dort wohl ergeh´n
und ich darf Trübsal blasen..
In München bläst der erste Föhn
Schnee vom gefror´nen Rasen

 In Köln da war grad Karneval,
nicht so wie wir ihn kennen.
Corona ließ dort keine Wahl,
es ist dies Jahr zum flennen.

 Seit Aschermittwoch ist auch  das
für lange Zeit vergessen.
Nun liegt das letzte bisschen Spaß
im eigenen Ermessen.

 Hier wurde doch noch Schnee gefegt.
Das war jetzt meine Sache.
Strauss hat sich an den Strand gelegt  -
manchmal denk ich an Rache.



Coronafastnacht
 
Heute wäre Karneval,
doch leider fällt er aus.
Jeder der  es gerne mag,
der feiert ihn zu Haus.
 
Auch der Rosenmontagszugg
der findet heut´ nicht statt,
weil Corona uns das auch
schwer versalzen hat.
 
Doch im Herzen bleiben wir,
wie wir immer war´n.
Mit Humor und Fröhlichkeit
sind stets wir gut gefahr´n. hhk




Strauß im Januar

Herr Strauss der sucht in diesem Jahr,
wie sonst sein Nachbar Krause
sein Glück auf Gran Canaria.
Ich, Krause, bleib zuhause.

 Da liegt er nun im warmen Sand
und lässt sich´s wohl ergehen.
Genießt das Leben dort am Strand,
ich kann ihn gut verstehen.

 Zurzeit wird kaum noch Schnee gefegt,
das Wetter macht auf heiter.
Wenn sich der  Klimawandel  regt,
dann geht´s wohl auch so weiter.

 Wir träumen alle gern einmal,
das ist schon ein Vergnügen.
Viel schöner ist´s auf jeden Fall
mal selbst am Strand zu liegen.

h.h.k




Zum neuen Jahr
Das alte Jahr liegt schon zurück,
das Negative längst vergessen.
Das Neue, erst ein kleines Stück,
gibt Hoffnung mir indessen.
 
Die Luft nicht rein, der Eisberg schmilzt,
der Plastikmüll verschmutzt die Meere.
Die Politik zum Teil verfilzt,
vergisst manchmal das Wörtchen Ehre.
 
Manch Zeitgenosse denkt heut´ quer,
will alles besser wissen
und merkt nicht, dass sein Köpfchen leer.
Die Leute könnt ich missen.
 
Das Hauptproblem, die Pandemie,
die steht zur Zeit auf alle Fälle,

trotz aller strengster Therapie,

in diesem Jahr an erster Stelle.
 
Die Frage ist, was rat ich jetzt,
was könnte man noch machen.
Zunächst: Die Hoffnung stirbt zuletzt
und trotzdem auch mal lachen. 

hhk




Weihnachten in diesem Jahr
 
Ob Weihnachten der Weihnachtsmann
oder ein Engel kommen kann,
und sich zu unserm großen Fest
bei uns auch wirklich sehen lässt,
 
Das weiß man bisher nicht genau.
Die Lage ist erschreckend mau,
Corona bremst den Nikolaus
auf seinem Weg von Haus zu Haus.
 
Doch Santa Klaus ist ziemlich schlau,
denn schreibt ihn Petrus noch k. v.,
( was dem Corona Test ersetzt, )
er gleich zu seinem Schlitten hetzt.
 
Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann
verteilen Heilig Abend dann
mit Christkind und mit Santa Klaus
fleißig für uns Geschenke aus.

HHK

                         


Novembersonnenschein
 
Die meisten Tage waren sonnig
durch den Novembersonnenschein.
Für diese Jahreszeit zu  wonnig -
es könnt der Klimawandel sein.
 
Wär´ für die Zeit Bilanz zu ziehen,
da fände ich an Lob manch Wort:
Der Monat machte mir kaum Mühen,
der Sonnenschein hielt den Rekord.
 
In manchem Jahr gab´s rote Ohren
und kalte Füße jeden Tag.
Ich meine, dass wir richtig froren,
sehr oft viel mehr als ich vertrag.
 
An vielen Tagen machte Regen
und Nebel uns das Leben schwer.
Gelegentlich da blieben wegen
Schneefall  sogar die Straßen leer.
 
In diesem Jahr da war das Wetter,
vielleicht wegen der Pandemie
im langen Durchschnitt zu uns netter -
Novembersonnenschein wie nie. hhk
 



Strauss  im November
 
Jetzt ist es richtig kühl geworden.
Und nass, als wär´die Welt ein See.
Ein kalter Wind treibt aus dem Norden
vor uns´re Türen ersten Schnee.
 
Vor ein paar Tagen fiel noch Regen,
und Nebel bremste den Verkehr.
Am Donnerstag da blieben wegen
dem Wetter fast die Straßen leer.
 
Wär´s kalt und dann nur einfach trocken
wär´ dieses Wetter ganz o. k.
Doch regnet es, sind nasse Socken
kein Grund zum bleiben. Tschüss, ade.
 
Mein Reisedatum war vernünftig,
ich bin seit Tagen nicht mehr da.
Mein Leben das geniess´ ich zünftig -
viel Spaß auf Gran Canaria
 
Mein Freund, diesmal zu Haus geblieben,
geht gern mal in das Stadtcafé
Da flirtet er oft nach belieben,
trifft ab und zu die gute Fee.
 
Herr Krause trägt das Winterwetter
geduldig, dafür ist es  da.
Vermutlich fände er es netter
wär´ er auf Gran Canaria.
 
Die letzten Tagen waren  sonnig
durch den Novembersonnenschein.
Für diese Jahreszeit recht wonnig -
es muss der Klimawechsel sein.
 
Die große Zeit der Friedhofsgärtner
scheint der Novembermond zu sein.
Was außerdem erwähnenswert wär:
Herr Krause  schlürft jetzt meinen Wein.hhk
 


Sommerausklang
 
Der Strand ist etwas öd geworden,
inzwischen einsam und sehr leer.
Dem Sommer gäb ich hundert Orden
für seine schnelle Wiederkehr.
 
Das Meer liegt auch ganz schön verlassen,
fast ungenutzt rauscht es herum.
Der Mensch einst braun, ist am verblassen.
zum Teil im Sanatorium.
 
Der Sommer ist nun mal vorüber,
der Winter steht nun vor der Tür.
Es wär mir andersrum viel lieber,
jetzt heißt es warten auf die Kür.
 
Auf Garantie, der Lenz kommt wieder
und auch die Wärme kommt zurück,
mit ihr die sommerlichen Lieder
und sicher auch ein kleines Glück.
hhk





Strauß im Oktober
 
Im Herbst, da ist die Welt viel bunter.
Welch wunderschöne Farbenpracht.
Altweibersommer lockt noch munter,
ein warmer Sonnenstrahl taucht unter
in einer letzten lauen Nacht.
 
Im Herbstwind stolz die Drachen steigen.
Sie schweben über freiem Land
und tanzen wie beschwipst den Reigen.
Die Kinder drunten staunend schweigen,
die Schnur fest in der kleinen Hand.
 
Im Dämmerlicht Kartoffelfeuer.
Die Knolle gart am spitzen Holz.
Es qualmt und prasselt ungeheuer.
Der Kinder erstes Abenteuer,
und ihre Augen leuchten stolz.
 
Heut denke ich ans Kofferpacken,
ich war schon lange nicht mehr da.
Hör grad beim Haselnüsse knacken
im Radio die Donkosaken -
und träum von Gran Canaria.
 
Die Stürme rütteln an den Fenstern
und stören den verdienten Schlaf.
Herr Strauß träumt von den Schlossgespenstern.
 In den so kühlen Nächten glänzt gern
der Geist, den er in Flaschen traf.

hhk




Das Klavierkonzert
 
Meiers habe neue Nachbarn,
wie es scheint ein netter Herr.
Doch der übte, wenn sie wach war´n
am Klavier und das stört sehr.
 
Nun kommt in den nächsten Tagen,
in die Stadt ein Pianist
und bewundernd kann man sagen
das der Mann von Weltruf ist 
 
Und Frau Meier drängt den Gatten,
der Musik nicht gerne hört
raus aus dem Banausenschatten 
rein in das Klavierkonzert.
 
Meiers in der ersten Reihe.
Sie in ihrem schönsten Kleid,
er, eh man sich ganz entzweie,
für den Kunstgenuß bereit.
 
Als der Vorhang sich gehoben,
saß der Nachbar am Klavier,
jener Störenfried von oben.
Sie fragt sich, was macht der hier.
 
Was wohl? Laut den Raum beschallen.
Das macht er fast jeden Tag.
Selbst den Meiers hats gefallen 
ob das am Konzertsaal lag?

H.H.K.


Das Missverständnis

Johannes Paul besucht vor Jahren

die Gläubigen in Kanada.

Wird seinem Stand gemäß gefahren,

und sagt zu seinem Fahrer: "Ja,

als ich noch jung, vor Ewigkeiten,

da hatt´ich eine Leidenschaft:

 

Ich fuhr gern Auto, ließ mich leiten

von eines starken Motors Kraft.

Wie gern würd´ ich noch einmal fahren,

und wär es nur ein kurzes Stück,

mit diesem wirklich wunderbaren

Auto."  Der Papst hat heute Glück.

 

Der Priester läßt sich fromm verleiten:

Der Papst rast mit dem Auto los!

Erspar´n sie mir jetzt Einzelheiten:

Kontrolle - Tempo viel zu groß.

Der Schutzmann trägt dem Vorgesetzten

per Rundfunk die Entscheidung an:

 

Ob er auch bei der stark entsetzten

Prominenz kassieren kann.

Sein Chef entscheidet: "Hier zahlt jeder,

selbst wenn es der Minister wär."

Darauf ein paar Sekunden später

der Schutzmann:  "Der hier scheint noch mehr"

 

Der Chef: "Egal, auch der muß zahlen.

Verdammt noch mal, wer ist denn der?"

"Ich weiß nicht: Doch er trägt Sandalen

und unser Papst ist sein Chauffeur."

hhk

 



Die drei Gesichter des Arztes

 Engelsgleich ist das Gesicht 
eines Arztes, wenn er dich 
in der Not auch nachts besucht.

 Göttlich, wenn der gute Mann 
in der Not auch helfen kann.

Teuflisch ist es und verflucht, 
wenn er, was nicht unterbleibt, 
dafür dann die Rechnung schreibt.

h.h.k





Septemberklang

Die Sonne scheint, der Himmel lacht.
Es wird ein schöner Tag,
der uns heut sehr viel Freude macht.
So wie es jeder mag.

Die meisten Blumen schon verblüh´n.
Im Garten hinterm Haus
noch ein paar rote Astern glüh´n.
Der Sommer ist bald aus.

Die Vögel, die formieren sich
zu ihrem großen Zug.
Nach Süden, wie schon ewiglich.
geht dann der weite Flug.

Und heut, wer weiß woran das lag,
verging die Zeit im Nu;
Mit ´nem Altweibersommertag
hatt´ ich ein Rendezvous. hhk

 

Stadt in diesen Tagen 
Unsere Stadt in diesen Tagen...
Menschen ohne weißen Kragen
(den doch das Establishment
länger schon sein Eigen nennt)
unsern Fußweg frequentieren
und im Stadtpark schlicht campieren.
Hippies, Rocker und auch Gammler,
manche wie die Lumpensammler
manche wie die Modepuppen,
sieht man durch die Straßen huppen.
Uns ́re „town“ In diesen Tagen
gleicht zum Beispiel Kopenhagen,
Stockholm, London, gar Paris
oder manchem Paradies
der besagten jungen Leute
.Fehmarn ist für sie das heute,
und wenn ́s manchem nicht gefällt –
auch der Mittelpunkt der Welt. hhk


Corona Demo

Wunderbar die große Freiheit
und das Recht zu demonstrieren.
Auch die übertriebne Angst
dieses Grundrecht zu verlieren.

Und so folgt man frohgemut
Rattenfängern auf die Straßen.
Dieses eingeschränkte Recht
ist nun mal kein Grund zu spaßen.

Und so streit ich für das Grundrecht,
denn ich will es nicht verlieren.
Wenn sich jeder angesteckt -
ist es aus mit demonstrieren.
 hhk

 



Coronafolgen

Wenn mein Gefühl mich zu dir zieht,
dann heißt es gleich weg mit den Pfoten
damit nicht mehr Corona blüht -
ist Liebe leider heut verboten.

h.h.k


Herrliche Sommerzeit

Wie herrlich ist die Sommerzeit,
sagt einer, springt voll Heiterkeit;
(er nützt gleich die Gelegenheit)
ins Meer, wo er voll Freude schreit -
„oh wunderschöne Sommerzeit.“

Ein anderer empfindet Leid
weil ihn die Hitze gar nicht freut,
macht sich in seiner Müdigkeit
in seinem kühlen Keller breit -
und stöhnt „oh diese Sommerzeit.“

Ein dritter sagt, es ist so weit
 für meines Gartens schönste Zeit,
freut sich in seiner Einsamkeit .
und haucht leis in Zufriedenheit

„wie herrlich ist die Sommerzeit.“hhk


Hundstage

Es beginnt schon früh um sieben,
schweißdurchnäst steh ich dann auf.
Frühsport, wie vom Arzt verschrieben,
der wird längst nicht mehr betrieben.
Auch entfällt der Dauerlauf.

Dafür unter Duschen huschen,
stöhnend brech ich den Record
neuerdings im Dauerduschen.
Doch ich kippe aus den Puschen:
Wasserrechnung! Teurer Sport.

Gerne zieh ich Literweise
kalte Brause in mich rein.
Schleck voll Lust am kühlen Eise,
meide jede heiße Speise
und sogar mein Gläschen Wein.

Wenn ich jetzt auch furchtbar stöhne
find ich´s Wetter trotzdem gut.
Und ich hoffe, dass der schöne
Sommer andre auch verwöhne -
kocht mir auch derweil das Blut.
h.h.k.


Liebeserklärung

Ich hatte mal, man glaubt es kaum,
vor langer Zeit schon einen Traum,
wollt unter einem guten Stern,
von all dem Lärm  der Großstadt fern,
da wo mein Leben öd und leer,
auf einem Eiland, weit im Meer,
nicht nur im Urlaub glücklich sein.
Die Insel dacht ich, die soll mein
in möglichst naher Zukunft sein.

Ich  brauchte zwar noch manches Jahr
bis dieser Traum dann Wahrheit war.
Doch heut leb ich seit langer Zeit
vom Großstadtlärm total befreit
auf meiner Insel, und zum Glück,
will ich auf keinen Fall zurück.
Doch wenn ich mal im Urlaub bin
dann fahr ich da ganz gern mal hin,
  für zwei, drei Tage macht das Sinn.  hhk



17.10.2013
 



Der Pfingstausflug

Bolle reiste einst zu Pfingsten,
damals mit der Pferdebahn,
wohlgemut mit seinem Jüngsten
und kam auch in Pankow an.

Heute reist der Mensch im Auto,
meistens auf der Autobahn.
Heute geht es meistens laut zu,
heute kommt man auch noch an.

Vorher steht manch Zeitgenosse
erst einmal mit Kind und Frau
und mit seiner Prachtkarosse
ein paar Stunden fest im Stau.

Grad zu Pfingsten ein Vergnügen
von der ganz besond´ren Art.
Mag es manchen auch betrüben
das ist schlicht die Gegenwart.

Es mag den Betroff´nen trösten:
denn zur Zeit der Tagesschau
zählt er dann zu den Erlösten,
denn da endet meist der Stau.

Und die Reise geht dann weiter,
wie gesagt, man kommt ans Ziel.
Nimm´s gelassen, nimm es heiter
denn du änderst ja nicht viel.

Jede Zeit und nicht nur Pfingsten
glänzt auch mit Beschwerlichkeit.
Bolle, der verlor den Jüngsten -
wir verlieren meist nur Zeit. hhk




Späte Wünsche

Manchmal möcht ich meinen Herbst
gegen einen Lenz umtauschen.
Möchte wieder unbeschwert
so wie einst durchs Leben rauschen.

Manchmal würde ich so gern
meiner späten Tage Grau
tauschen, wenn es möglich wär,
in ein frühlingshaftes Blau.

Manchmal lässt ein Wunsch sich nicht,
ist er noch so heiß, erfüllen,
und er blüht dann insgeheim
tief in mir – im Stillen.
H.H.K


Zum Muttertag

Einst brachte ich an diesem Tag
mit ´nem gestohl´nen Blumenstrauß,
als Dank für all die Müh´und Plag,
ein bisschen Freude dir ins Haus.

Heut´schreib ich aus der Ferne dir
mit Kugelschreiber ein paar Zeilen,
auf buntem Muttertagspapier.
Und überlaß der Post die Meilen.

Gern ließ ich mich als „Blumenklau“
für dich noch mal erwischen;
wenn Blumen dafür dann genau,
wie einst auf bunten Tischen,

das Zimmerchen wie einen Saal
so schön und festlich schmückten,
und deine Hände mich nochmal -
wie einst so zärtlich drückten. hhk



Zu spät
Jedes Jahr zum Muttertag
mach ich gern, was Mutter mag.
Richte gern den Frühstückstisch,
schmücke ihn mit Blumen; frisch
unterm Apfelbaum gepflückt.
Weiß doch was Mama entzückt.
Außerdem was allen schmeckt,
aller edelstes Konfekt,
auch das Mutterherz erfreut. -
Von mir wird dies mal bereut
das ich ja im letzten Jahr,
auch wie oft, recht lieblos war.
Hatte selten für sie Zeit,
fand kaum die Gelegenheit
sie mal in den Arm zu nehmen.
Sollte eigentlich mich schämen.
Heute denke ich an sie:
Bitter ist die Ironie,
denn, wie´s oft im Leben geht -
leider ist es jetzt zu spät. hhk




Erinnerungen

Für mich als kleiner Junge war
der Muttertag in jedem Jahr,
der  Tag, an dem ich stets erneut
das tat, was Mutters Herz erfreut.

Ich hab mich sogar mal getraut
und einen Fliederstrauß geklaut.
Na gut, ich war wohl erst zehn Jahr,
das Unrecht war mir doch schon klar.

Hab lange mich dafür geschämt,
und insgeheim auch sehr gegrämt.
Jedoch, was lange mich beschwert,
das ist inzwischen längst verjährt.

Heut sieht das alles anders aus:
Ich kaufe einen Blumenstrauß,
und stell, weil Liebe heut noch gilt
ihn neben Mutters  Bild. hhk



Es ist Mein Kreuz
nach A. v. Chamisso

Es ist genug, sprach ich, oh Herr,
so wie es läuft, geht das nicht mehr.
Es ist mein Kreuz, das ich nicht mag
und viel zu lange schon ertrag -

und auch nicht mehr ertragen kann.
Der Herr sah mich jetzt schweigend an,
sprach jedes Wort wohl mit bedacht:
O. k., mein Sohn, gib nun acht!

Wenn dir dein Kreuz nicht mehr gefällt,
es gibt Millionen auf der Welt.
Hier sieh dich um, such dir eins aus;
er zeigte mir in einem Haus

die reinste Musterkollektion.
Nimm das, was dir gefällt, mein Sohn. -
Ich staunte, was ich sah war toll
und irgendwie auch anspruchsvoll.

Da gab es Hölzerne, auch Stein
und Schöne, pures Elfenbein.
Fast alles, was der Mensch gewollt,
aus Silber etwa und auch Gold.

Ich wägte lang, bis ich entschied ,
daß jeden Fehler ich vermied,
und wählte, nicht ganz ohne Stolz,
ein schlichtes aus Olivenholz.

Nicht grade klein, auch nicht zu groß,
ich fand das Neue ganz famos.
Ein Kreuz für jede Lage recht.
Ja meine Wahl die war nicht schlecht.

Gelassen sprach nun Gott, der Herr:
Du machtest dir die Wahl nicht schwer,
du wähltest das, was zu dir passt -
 Helmut H. Krüger

                   


Angst
🐭🐭
Zwei kleine Mäuse lieben sich.
Ich hoffe nur, mein Schatz,
stöhnt der erschöpfte Mäuserich,
"das war nicht für die Katz,"
H.H.K.




Aprilspaziergang

Ich kann machen was ich will.
Wenn das Frühjahr im April
mit dem ersten Grün entzückt,
spielt das Wetter meist verrückt.

Vorm Spaziergang schau ich raus,
wie geh ich heut aus dem Haus.
Heut´ geht vielleicht im Hemd,
 nein, die  Sonne wird gehemmt.

Dann zieh´ ich was Warmes an,
kleid´mich wie der Weihnachtsmann.
Manchmal da ist dann vielleicht
nur die Luft ein bisschen feucht..

Beim Spaziergang gibts auch Stress.
Ich will raus, da regnet es.
Doch dann greif ich ohne Scherz
wieder mal zum Friesennerz.

Sicher geben sie mir Recht:
Niemals ist das Wetter schlecht.
Falsche Kleidung ist es meist,
die sich dann als schlecht erweist.

Doch wenn sie flexibel sind,
dann stört Regen nicht. Kein Wind
hält sie dann vom wahren Glück
des Spaziergang´s mehr zurück.
hhk


Ostern – kein Spaziergang

Ostern bleibe ich zu Haus.
Wie ich mich nach Freiheit sehne.
Geht nicht, bin in Quarantäne
und darf nicht so einfach raus.

Es ist keine leichte Zeit,
kann das Ende kaum erwarten.
Bleibe Ostern brav im Garten,
auch zu meiner Sicherheit.

Neben einem Osterei,
hoff ich, bringt der Osterhase,
Osterglocken für die Vase
und die Botschaft mir vorbei.

Wie der ganzen Christenheit:
Gottes Sohn ist auf erstanden.
Und wie wir am Ende fanden -

etwas Glück in schwerer Zeit.hhk


Helden
Jede Zeit hat Ideale,
jede Zeit hat ihr Idol.
Götzenkür, oh du fatale,
billig wirkst du und frivol.

Früher, noch vor ein paar Jahren,
waren´s Helden von Karl May,
die zum Teil uns Vorbild waren.
Doch das ist schon lang vorbei.

Ach, wie ändern sich die Zeiten,
was ist das heut für ´ne Zeit?
Leute die als „Leitbild“ leiten,
heißen „Bonny“  heut und „Clyde.“

Sicher waren die Idole
die uns einst Herr May beschert,
auch nicht nur zu unserm Wohle
und nicht nur von hohem Wert.

Heut verehrt man das Verbrechen.
Jeder Gangster ist ein „Held“.
Wir kaschieren uns´re Schwächen
mit dem kleinen Wörtchen Geld.

Jede Zeit braucht Ideale,
jede Zeit braucht ihr Idol.
Schließlich gibt es ganz reale -
Es gibt gute, ganz normale _

weder billig, noch frivol
H.H.K.


Aprilwetter
Meistens weiß ja der April
nicht so richtig, was er will.
Gestern hat er Schnee geschickt,
heut mit Sonne uns beglückt
und  mit über zwanzig Grad
die er uns gespendet hat,
ists für den April zu heiß.

Dafür droht demnächst wohl Eis.
Hält doch das Azorenhoch
höchstens zwei, drei Tage noch.
Dann tauscht du wahrscheinlich fix
deine flotte Sommerbüx,

mag sie noch so modisch sein,
gegen etwas Warmes ein.
Trotzdem sind die Füße kalt
und es meldet sich alsbald
unverschämt ein Hustenreiz.
Ja, und draußen stürmts und schneits.

Und die Winterreifen steh´n
schon im Keller. Winde weh´n
ziemlich stürmisch aus Nordost.
In den Nächten leichter Frost -
Winter droht mit letzter Kraft.
Du schlürfst fleißig Hustensaft,

schluckst dazu zwei Asperin.
 Hoffst, dass dich die Medizin,
möglichst nebenwirkungsfrei
spätestens bis Anfang Mai
auch von dem Infekt befreit.

Cool übst du Gelassenheit,
nimmst jetzt auch noch Regen hin,
kratzt dich leicht am Doppelkinn
und stellst fest, dass der April
nie weiß, was er wirklich will.
Helmut H. Krüger


Mahnung an den Frühling

Der Frühling, so wird uns versprochen,
der trifft nun wohl endgültig ein.
Die ersten Knospen sind gebrochen
und täglich grüßt der Sonnenschein.

Die Sonne macht jetzt Überstunden,
nur wärmen will sie leider nicht.
Der Winter scheint zwar überwunden,
tu Frühling endlich deine Pflicht.

Die Blumen würden leichter blühen,
wenn es ein bisschen wärmer wär,
und erste Herzen würden gühen.
Wer setzte sich da  schon  zur Wehr?

dann jubelte die Vogelschar
H.H.K


3 Kommentare:

  1. Helmut ich liebe deine Gedichte, sie sind humorvoll und meistens aus dem Leben gegriffen.
    Du hast deine Gedanken wunderbar umgesetzt. Es ist immer ein Schmuzler verpackt, der aber auch zum Nachdenken anregt.
    Den Zeigefinger mahnend erhoben aber nie anmaßend oder beleidigend. Deine Gedichte sind eine Bereicherung.
    Vielen Dank, dass ich sie bei mir ausstellen darf.

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  2. Danke auch von mir an HHK
    Was für wundervolle , intressante und fühlvolle und lustige Gedichte das sind.Ein wundbare Mischung. Ich wollte nur eins schwind lesen aber ich bin bis zum Schluss geblieben!!! Ich bin beeindruckt!
    Danke Sighild dass du hier sie zum lesen zeigst!
    Herzlichen Gruss Elke

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  3. Liebe Elke ich danke dir im Namen von Helmut Heinz Krüger, der sich über deinen Kommentar gefreut hat.
    Es ist ein humoriger Gerichtsschreiber, der aber den Ernst hinter der Sache nie vergisst.
    Es grüßt dich Sieghild

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Über einen Eintrag bin ich immer sehr erfreut und sage:
❣"Herzlichen Dank!"❤