­čĹë HELMUT. H. KR├ťGER­čĹł ... GEDICHTE ...SEITE 1

Hier stelle ich dem Leser die Gedichte von 
Helmut H.Kr├╝ger vor.





Seit ca 50 Jahren ver├Âffentlicht er seine Gedichte vorwiegend im Fehmarnschen Tageblatt. 2013 wurde “Mit Herrn Krause durch das Jahr” sein erster Gedichtband ver├Âffentlicht. 2015 folgte mit “Gedichte f├╝r den Alltag” ein weiteres Buch. Seit 1994 hat er sich als Textdichter bet├Ątigt und zahlreiche Lieder auch f├╝r bekannte Interpreten ver├Âffentlicht. Diese wurden u.a in beliebten Unterhaltungssendungen des Fernsehens vorgestellt. Das Fehmarnlied “ Fehmarn - Insel der Sonne” wurde 2012 auf der gleichnamigen CD ver├Âffentlicht. Dar├╝ber hinaus schreibt er Kurzgeschichten und Erlebnisberichte. 2018 brachte er mit Walter Nei├č den Gedichtband "Gedankenfl├╝ge" heraus.
sein neustes Werk hei├čt:







~~~~~~~~~~~~~~~~
Ordensverleihung

Ein K├Ânig hat an jedem Morgen
wie jeder Mensch auch seine Sorgen.
Heut h├Ârt er, was ihm sehr mi├čf├Ąllt,
die Leibstandarte will mehr Geld.
Doch dies geht nicht mangels Masse
in der k├Âniglichen Kasse.

Er faltet sorgenvoll die Stirn,
bem├╝ht das k├Ânigliche Hirn.
Kann keinen Ausweg mehr erblicken
um vor der Zahlung sich zu dr├╝cken.
Er ruft seinen Finanzrat an,
hofft, dass ihn der jetzt helfen kann.

„Wir werfen Orden in die Masse,
das ist vertr├Ąglich f├╝r die Kasse,
und mit diesen Ehrenzeichen
wird Majest├Ąt ihr Ziel erreichen.
Der Mensch in seiner Eitelkeit
ist ob der Orden mehr erfreut,

als ├╝ber mehr im Portmonee.“
Der K├Ânig nickt und sagt o. k..
Der Hofrat ist bef├Ârdert worden.
Die Leibstandarte nahm die Orden.
Es war´n nicht viele die da murrten
weil trotzdem noch die M├Ągen knurrten.

                                                           Helmut H. Kr├╝ger

20. M├Ąrz

Drei Tage noch bis Lenzbeginn.
Das Datum steht ja schlie├člich fest
gedruckt in dem Kalender drin.
Dann feiern wir das Fr├╝hlingsfest.

Tats├Ąchlich sitzt der Fr├╝hling schon,
was mich seit Tagen sehr entz├╝ckt,
l├Ąngst Wochen lang auf seinem Thron.
Von den Narzissen gelb geschm├╝ckt.

Der Winter war kaum einmal da,
hab nur ganz selten Eis gekratzt.
Er machte heuer sich sehr rar.
Hat er am Ende was verpatzt?

Am Freitag ist es dann so weit.
Der Winter, g├Ąb´s ihn, w├Ąr vorbei,
und es beginnt die Fr├╝hlingszeit -
mit ihrem sch├Ânsten Monat Mai.
                              Helmut H. Kr├╝ger

Aprilwetter
Meistens wei├č ja der April
nicht so richtig, was er will.
Gestern hat er Schnee geschickt,
heut mit Sonne uns begl├╝ckt
und  mit ├╝ber zwanzig Grad
die er uns gespendet hat,
ists f├╝r den April zu hei├č.
Daf├╝r droht demn├Ąchst wohl Eis.
H├Ąlt doch das Azorenhoch
h├Âchstens zwei, drei Tage noch.
Dann tauscht du wahrscheinlich fix
deine flotte Sommerb├╝x,

mag sie noch so modisch sein,
gegen etwas Warmes ein.
Trotzdem sind die F├╝├če kalt
und es meldet sich alsbald
unversch├Ąmt ein Hustenreiz.
Ja, und drau├čen st├╝rmts und schneits.
Und die Winterreifen steh´n
schon im Keller. Winde weh´n
ziemlich st├╝rmisch aus Nordost.
In den N├Ąchten leichter Frost -
Winter droht mit letzter Kraft.
Du schl├╝rfst flei├čig Hustensaft,

schluckst dazu zwei Asperin.
 Hoffst, dass dich die Medizin,
m├Âglichst nebenwirkungsfrei
sp├Ątestens bis Anfang Mai
auch von dem Infekt befreit.
Cool ├╝bst du Gelassenheit,
nimmst jetzt auch noch Regen hin,
kratzt dich leicht am Doppelkinn
und stellst fest, dass der April
nie wei├č, was er wirklich will.
Helmut H. Kr├╝ger

Der b├Âse Wolf
(L├Âsungsvorschlag)
Im Grunde war der Isegrim
doch schon vor vielen Jahren schlimm.
Fra├č in der grimmschen M├Ąrchenwelt
die Oma und hat sich verstellt
um das Rotk├Ąppchen schlie├člich auch
zu fressen, um mit vollem Bauch
zu schlafen bis der J├Ąger kommt.
Der kam im M├Ąrchen ja auch prompt

Nun, heute ist es nur ein Schaf,
schlimm f├╝r den Sch├Ąfer den es traf.
Der Wolf ist nun einmal kein Reh,
das h├Ątt ich gern in meiner N├Ąh.
Den Isegrim den s├Ąh ich gern
gut eingez├Ąunt, und dann von fern
Die Schafe w├Ąren ungest├Ârt,
was jeder Sch├Ąfer gerne h├Ârt.

Ein gro├čes Wildgehege w├Ąr
f├╝r Isegrim doch kein Malheur.
Da spielt er hinter hohem Draht
mit Oma und dem F├Ârster Skat.
Auch tr├Ąfe er dort kaum ein Schaf
und w├Ąr zwangsl├Ąufig dann kreuz brav.
Den Wolf g├Ąb´s weiter auf der Welt -
man spart vermutlich auch noch Geld.
H.H.K

  

Die Maurer

Hoch am Turm, zwischen den Uhren,
da entdeckte ein Tourist
auf dem Sims ein paar Figuren.
Er erkennt nicht, was das ist.

Um den Wissensdurst zu stillen,
fragt er eine alte Frau.
Die erkl├Ąrt mit Widerwillen:
„Ich wei├č auch nicht ganz genau.“

„Weiter“, meint sie dann verlegen,
„f├Ąllt mir dazu doch noch ein:
Wenn die sich um zw├Âlf bewegen,
m├╝ssten es die Maurer sein.“ hhk

Karneval

Karneval und Faschingstreiben,
Jubel , Trubel, Heiterkeit.
Wer will da zu Hause bleiben,
ist heut nicht zum Spass bereit.

Haut mal t├╝chtig auf die Tassen,
Leute am├╝siert euch mal.
Tragt den Frosinn in die Gassen -
schlie├člich ist doch Karneval.

Lasst den Unsinn mal regieren,
( in Berlin regiert er auch =
Sich so richtig am├╝sieren,
das ist alter Faschingsbrauch.

Lebt an diesen bunten Tagen
nur f├╝r Spass und Tollerei.
Denn ab Mittwoch hilft kein Klagen -
Mittwoch ist der Spass vorbei.hhk
Verzweiflung

Die Gesch├Ąfte gehen schlecht.
Obwohl Herr Korn sich sehr bem├╝ht,
macht er´s seinem Chef nicht recht.
Was f├╝r ein Gesicht der zieht.

Korn sp├╝rt, was dem Chef missf├Ąllt,
prompt kommt nun was kommen muss:
"Hat selbst der Kremer nichts bestellt? -
Korn sagt doch: "`nen sch├Ânen Gru├č."
h.h.k

Das Vorbild

"Ich habe einen tollen Bo├č,"
erkl├Ąrt erfreut Karl Weber.
"Den meine Art noch nie verdro├č."
lobt er den Arbeitgeber.

"Was macht er denn den ganzen Tag,"
h├Ârt man die Leute fragen.
"Er schl├Ąft und das ist heutzutag
vorz├╝glich zu ertragen."

"Und was tust du?" so fragt man ihn.
Sagt Karl, der stets kreuzbrave:
"Mit ihm an einem Strange zieh´n,
ich tu´s ihm gleich, ich schlafe.
h.h.k

Mein Stinker
­čÜŚ­čÜŚ­čÜŚ 
Nur zum Spa├č, dachte ich, denkste
├╝ber folgendes mal nach:
Warum macht denn nur die l├Ąngste
Schlange auch den gr├Â├čten Krach.

Weiter dachte ich, dann denkste
gleich ein kleines bisschen mehr:
Warum stinkt denn diese l├Ąngste
Schlange meistens auch so sehr.

Nebenbei bemerkt ich endlich:
So ein Teil steht von dem hier,
und das wie ganz selbstverst├Ąndlich,
drau├čen auch vor meiner T├╝r.

Nur ein Glied aus dieser Schlange,
stehend v├Âllig ungef├Ąhrlich,
macht sich auch bei mir schon lange
als mein „Stinker“ unentbehrlich.

Hoch gepriesen war der Diesel,
kraftvoll, fast wie Dynamit.
Dazu flinker wie ein Wiesel
und kaum Kohlenmonoxyd.

Alle wurden wir mit Wissen
der Konzerne vorgef├╝hrt.
Leider von Gewissensbissen
hat man bisher nichts gesp├╝rt. hhk

 


Beziehungen

Seit einer Stunde sitz ich hier,
hab weder Essen, noch ein Bier;
und jener Herr am Nebentisch,
kam sp├Ąter, schwelgt verschwenderisch
in allem was, das Herz begehrt.
Ich h├Ątte mich nun gern beschwert.
Was ist das hier f├╝r ein Hotel?
"Den Chef, Herr Ober, bitte schnell!"-
"Mein Chef, der kann jetzt leider nicht,
er sitzt am Nebentisch und sticht
auf seinen G├Ąnsebraten ein.
Mein Herr, darf´s etwas sp├Ąter sein.
H.H.K
********
Ver├Ąnderte Zeiten

Ach was waren das f├╝r Zeiten
mit dem Schneemann vor der T├╝r.
├ťbers Wetter l├Ąsst sich streiten -
dies ist nicht des Winters K├╝r.

Zwar war st├Ąndig Schnee zu fegen
auch nicht grad mein Lieblingsjob.
Doch fehlt jetzt beim Dauerregen
einfach mal ein aqua stop.

Heute scheint die Sonne wieder,
viel  zu warm f├╝r Januar.
Spatzen putzen ihr Gefieder
so als w├Ąr der Fr├╝hling da.

Wenn wir es bei Licht besehen
f├Ąllt mir nur noch dieses ein:
Alles was bisher  geschehen
 mu├č der Klimawandel sein
hhk

Ein Jahrzehnt vollendet

Schon wieder ein Jahrzehnt vollendet,
so ganz pr├Ązis´ um Mitternacht,
und ehe es sich von uns wendet,
seufzt es noch kurz: Es ist vollbracht.

Es waren immerhin zehn Jahre
mit dem inzwischen m├╝den Greis.
F├╝r manchen war´n es wunderbare,
f├╝r and´re doch nur M├╝h und Schwei├č.

Das Neue ist grad eingel├Ąutet,
kam gerade zu heran ged├╝st.
Es hat sich uns´re Welt erbeutet
und wurde mit viel L├Ąrm begr├╝├čt.

Was wird es wohl der Menschheit bringen
fragt man besorgt nach dieser Nacht.
Wird uns in Zukunft das gelingen
was man bisher noch nicht vollbracht.

Wohlan, uns bleibt jetzt nur zu hoffen.
Was wir beim letzten Glockenschlag
nicht wissen konnten, bleibt wohl offen -
ob sich erf├╝llt, was jeder mag.
hhk


Novemberimpressionen

Jetzt ist es richtig k├╝hl geworden.
Und nass, als w├Ąr die Welt ein See.
Ein kalter Wind treibt aus dem Norden
vor unsren T├╝ren erster Schnee.

Vor ein paar Tagen fiel noch Regen,
und Nebel bremste den Verkehr.
Am Donnerstag da blieben wegen
dem Wetter fast die Stra├čen leer.

W├Ąr´s kalt und dann nur einfach trocken
w├Ąr dieses Wetter ganz o. k.
Doch regnet es, sind nasse Socken
der Grund, dass ich nichts mehr versteh.

Ich trag die winterlichen Leiden
geduldig. Denn sie sind halt da
Um dieses Wetter zu vermeiden
w├Ąr´s sch├Ân im fernen Afrika.

Die gro├če Zeit der Friedhofsg├Ąrtner
scheint der Novembermond zu sein.
Was au├čerdem erw├Ąhnenswert w├Ąr:
Bei Glatteis brach ich mir ein Bein.
Helmut H. Kr├╝ger



Der kleine Baum

Es stand ein kleiner Tannenbaum
im winterlichen Wald.
Er hatte nur den einen Traum:
"Ich w├Ąr so gern ein Weihnachtsbaum,
und das schon m├Âglichst bald."

Doch leider war er noch zu klein,
kaum einen Meter gro├č.
So blieb er in dem Wald allein,
und hoffte, bald ganz gross zu sein.
Sein Traum lie├č ihn nicht los.

Der Flecken Wald, in dem er stand,
war jetzt inzwischen kahl.
Weil er sich dort allein befand
hat man ihn aus dem Wald verbannt.
Er st├Ârte auf einmal.

So kam er in die gro├če Stadt,
es war schon tags darauf.
Noch von der langen Reise matt,
stand er zerdr├╝ckt und ziemlich platt,
nun pl├Âtzlich zum Verkauf.

"Der ist nicht sch├Ân und viel zu klein,"
sagt man und ging vorbei.
Gebeugt kam jetzt ein M├╝tterlein
und sprach: "Der Kleine soll es sein,
der ist doch einwandfrei."

In einem kleinen schlichten Raum,
da wurde er geschm├╝ckt,
und hier erf├╝llte sich sein Traum:
Er war ein echter Weihnachtsbaum -
und jeder war entz├╝ckt.
hhk
 





Denn heut ist Weihnacht...

Um acht am heil´gen Abend
da klingelt´s  an der T├╝r,
und drau├čen  steht ein Fremder -
 was will der noch von mir.

Ich sp├╝re jetzt die K├Ąlte
doch schlie├č ich nicht die T├╝r,
denn aus des Fremden Augen
spricht es seltsam zu mir.

Was, frage ich, was woll´n sie,
sie st├Âren heute Nacht.
„Tschuldigung, sagt der Mann da –„
 spricht langsam, mit Bedacht:

„Mein Weib und ich sind fremd hier,
wir suchen noch ein Bett,
 ein  Lager f├╝r uns beide -
vielleicht sind sie so nett.“

Du, liebe deinen   N├Ąchsten
F├Ąllt mir  jetzt grade ein?
Und Hilfe f├╝r die Schw├Ąchsten -
ich bitte sie herein:

Refrain

Denn heut ist Weihnacht, Weihnacht
heut ist heilige Nacht.
Denn heute wird der Frieden
in diese Welt gebracht.

Musik: R. M├Âller              
Text: H.H. Kr├╝ger
 



 Dezembertr├Ąume

Der Teich im Park ist zugefroren.
Das Eis f├╝r Kinder wie bestellt,
und ein paar Jungs mit roten Ohren
probieren, ob es sie schon h├Ąlt.

Das tiefe Grau aus dem November
erbl├╝ht jetzt. K├╝nstlich angestrahlt.
Es wirkt so vieles im Dezember
wie frisch von kalter Hand gemalt.

Die dunkle Zeit ist nun vor├╝ber:
Adventskranzkerzenlichterschein.
Fast jeden treibt das Weihnachtsfieber.
Die Welt kauft jetzt Geschenke ein.

Das Wetter ist noch unbest├Ąndig.
Mal taut es und mal klirrt der Frost.
Zur Zeit da m├Âcht ich eigenh├Ąndig
am Wetter drehn. Heut´hab ich Post.

Ein guter Freund hat mir geschrieben.
W├╝nscht eine sch├Âne Weihnachtszeit.
Die w├╝nsch ich allen meinen Lieben,
Weihnachtsgeschenke stehn bereit.

Zur Zeit entnehm ich den Berichten,
zur Weihnacht gibt es dies Jahr Schnee.
Das Christkind l├Ąsst uns unterrichten:
Sankt Petrus h├Ątte die Idee.

Es soll am Heil´gen Abend schneien,
und auch mal wieder richtig frier´n.
Schnee soll di eWelt vom Grau befreien
und Eis das Weihnachtsfest verzier´n.

Der Eis, der Schnee soll´n  uns entz├╝cken,
so hat sich Petrus das gedacht,
bis zum Dreik├Ânigstag begl├╝cken.
Wenns klappt, hat er das fein gemacht.

                                           Helmut H. Kr├╝ger






Der Tannenbaum vor unserm Haus

Ein riesengro├čer Tannenbaum steht heut vor unserm Haus,
und der sieht grad zur Weihnachtszeit besonders pr├Ąchtig aus.
Mein Gro├čpapa erz├Ąhlte uns die Story von dem Baum,
wir Kinder lauschten einst gespannt, -  heute ist es wie ein Traum.
Der Traum von einer gro├čen Zeit, die es heute nicht mehr gibt.
Wir Kinder waren in den Traum und in die Zeit verliebt.

Es war einmal zur Mittagszeit, ganz kurz vorm Weihnachtstag,
als Gro├čpapa den Weihnachtsbaum auf dem verschneiten Markt
ganz klein und einsam stehen sah, kaum einen Meter gro├č.
Der H├Ąndler sprach zu Gro├čpapa: "He, Alter, nimm ihn blo├č,
und pflanz den Baum noch heute ein, auch wenn es komisch klingt,
denn ich sp├╝r eines ganz genau, dass er dir Frieden bringt.“


Mein Gro├čpapa pflanzte den Baum am Heilgen Abend ein.
Nach so vielen Jahren denk ich noch - kein Baum kann sch├Âner sein.
Der Tannenbaum vor unserm Haus, der sieht zur Weihnachtszeit
stets ganz besonders festlich aus, in seinem gr├╝nen Kleid.
Der Tannenbaum vor unserm Haus tr├Ągt oft zur  Weihnachtszeit
auch ein paar dicke Tupfer  Schnee in seinem gr├╝nen Kleid.hhk


 Dieser Text wurde nach neuen, alten und eigenen Regeln verfa├čt. Der Autor
 

 Omas Traum
Weihnachten steht vor der T├╝r
und die Verwandtschaft auch.
Jedes Jahr trifft man sich hier –
das ist Familienbrauch.

Vor dem Fest bringt sie sich um,
sie plant und kocht und b├Ąckt.
An die So├če gibt sie Rum –
weil das dem Opa schmeckt.

Heiligabend kurz nach vier,
der Baum ist grad geschm├╝ckt,
klingelt ́s st├╝rmisch an der T├╝r –
und Oma ist entz├╝ckt.

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit
da trifft sich Gro├č und Klein
und findet die Geborgenheit
in Oma ́s trauten Heim.
HHK
Textauszug aus „Omas Traum“/Weihnachtslied/ Text: H. H. Kr├╝ger /Musik: R. M├Âller/ Gesang: Sybille K├Ąding/Verlag:NORMEDIA, PF. 110932, 19009 Schwerin
 


Vorweihnachtszeit

Dampfend steigt wie wei├čer Atem
kalter Nebel aus dem See,
und aus tief geduckten Katen
duftet es nach hei├čem Tee.

Fr├╝h am Abend gr├╝├čen Lichter
in die Dunkelheit hinaus,
und der Nebel wirkt noch dichter.
 Jeder eilt jetzt stumm nach Haus.

Wohlig warm empf├Ąngt im Zimmer
 heimische Gem├╝tlichkeit.
Vor dem Haus leuchtet wie immer
still ein Stern zur Weihnachtszeit.

Aus der K├╝che duftet Braten,
in den Gl├Ąsern funkelt Wein.
Wo kann es am Winterabend
sch├Âner als zuhause sein.

Bleibt uns in den dunklen Stunden,
 in den Tagen im Advent,
nur die Hoffnung noch verbunden
dass ein Lichtlein f├╝r uns brennt. hhk


Winterabend

Dampfend schl├Ągt der Atem
auf den See.
Eh´ das Eis zerbricht
kehrt ein Traum zur├╝ck -
in Kristall gebunden.

In geduckten Katen
duftet Tee,
flackert Licht,
gl├Ąnzt bescheid´nes Gl├╝ck -
durch die kalten Stunden.

Festlich duftet Braten,
schimmert Schnee,
froh gl├╝ht manch Gesicht.
Freude bringt ein St├╝ck -
Mozart nachempfunden.
                 Helmut H. Kr├╝ger

Reisetr├Ąume

Wenn im Mai der Urlaub etwas n├Ąher r├╝ckt
und zuhause mich der Gro├čstadtl├Ąrm erdr├╝ckt,
schon mein letztes bi├čchen Energie verpufft,
h├Âr ich wie die Ostsee aus der Ferne ruft:
Komm doch auch in diesem Jahr zum Ostseestrand,
wo die Wellen rauschen und die M├Âwen schrein,
geh mal wieder barfu├č durch den wei├čen Sand
und genie├č den Ostseesommersonnenschein.

Endlich ist er da, der erste Urlaubstag,
der Moment, den ich am allerliebsten mag
und schon f├╝hl ich wie es mit mir aufw├Ąrts geht,
wohl auch, weil auf dieser Ansichtskarte steht:
Komm doch auch in diesem Jahr zum Ostseestrand,
wo die Wellen rauschen und die M├Âwen schrein,
geh doch auch mal wieder mit mir Hand in Hand
abends durch den Ostseesommermondenschein.

Eine kleine T├╝te Sand hab ich dabei
Ostseesand – egal wo ich gerade bin,
h├Âr das Wellenrauschen und der M├Âwe Schrei
und das klingt wie:Fahr doch auch mal wieder hin.
Deshalb fahr ich immer gern zum Ostseestrand,
hab die Ostseemelodie in meinemOhr,
sp├╝re ├╝berall den feinen hellen Sand -
und das kommt sogar in meinen Tr├Ąumen vor.
Helmut H.Kr├╝ger






Der Sonntagsausflug

Sonntags f├Ąhrt man ├╝ber Land,
Richtung Ostsee an den Strand
Papa, der dort gut bekannt.
baut gleich mit geschickter Hand

eine Burg aus wei├čem Sand.
Fritz steht schon am Wasserrand,
nimmt kurz Ma├č springt elegant
in die Fluten. Allerhand!

Ist das eisig, gleich erkannt,
rennt er raus, schl├╝pft ins Gewand
und ist zu Papa gerannt.
Mama l├Ąchelt jetzt charmant.

Ilse hat ´nen Sonnenbrand.
Kurt schmei├čt Flaschen an die Wand.
Vater schreit: Das Flaschenpfand,
und das so was sehr riskant.

Schon kommt Kurt mit blutger Hand
pl├Ąrrend zur Mama gerannt.
Heimw├Ąrts wird sich nun gewandt,
weil der Schreiber nichts mehr fand.
H.H. Kr├╝ger


Novemberimpressionen

Jetzt ist es richtig k├╝hl geworden.
Und nass, als w├Ąr die Welt ein See.
Ein kalter Wind treibt aus dem Norden
vor unsren T├╝ren erster Schnee.

Vor ein paar Tagen fiel noch Regen,
und Nebel bremste den Verkehr.
Am Donnerstag da blieben wegen
dem Wetter fast die Stra├čen leer.

W├Ąr´s kalt und dann nur einfach trocken
w├Ąr dieses Wetter ganz o. k.
Doch regnet es, sind nasse Socken
der Grund, dass ich nichts mehr versteh.

Ich trag die winterlichen Leiden
geduldig. Denn sie sind halt da
Um dieses Wetter zu vermeiden
w├Ąr´s sch├Ân im fernen Afrika.

Die gro├če Zeit der Friedhofsg├Ąrtner
scheint der Novembermond zu sein.
Was au├čerdem erw├Ąhnenswert w├Ąr:
Bei Glatteis brach ich mir ein Bein.
                        Helmut H. Kr├╝ger


Zeitverschiebung

Es stand im Bundesbildungsblatt:
Ein Teil der Menschheit hat es satt,
dass noch zur Zeit die halbe Welt
zweimal im Jahr die Uhr umstellt.

Deshalb bem├╝ht sich die EU,
dass dieser Unsinn endlich ruh.
Die Zeitverschiebungswiederkehr
f├╝r immer bald zu Ende w├Ąr.

Statt  st├Ąndig an der Uhr zu drehn,
da k├Ânnte folgendes geschehn:
Man schiebt die Sonne nur ein St├╝ck

im Fr├╝hjahr vor, im Herbst zur├╝ck. hhk
Auffassungssache
Einer kriegt se, und einer hat se,
 Haarausfall f├╝hrt oft zur Glatze.
Einer schlie├čt dann diese L├╝cke
├Ąrgerlich mit der Per├╝cke.
Ein and´rer sagt: Na gut, was soll´s
und tr├Ągt die Leere voller Stolz.
Er sagt erfreut: Ich habe viel
von dem begehrten Sexappeal
hhk



"Wichtige Frage
Zur Silberhochzeit such ich Wein.
Welcher Wein w├Ąr angemessen?“-
Als erstes wirft der  H├Ąndler ein:
„Feiern oder nur vergessen.“

hhk

Regentage
Was uns der Sommer vorenthalten,
was uns auch seit zwei Jahren fehlt,
das darf sich endlich frei entfalten -
und jeder Regentropfen z├Ąhlt.

Die Regentonne l├Ąuft l├Ąngst ├╝ber,
sie war schon heute Morgen voll.
Und so erf├╝llt heut wohl ein tr├╝ber
Regentag endlich sein Soll.

Es gibt noch vieles nachzuholen,
 bisher ist es noch nicht genug.
Drum sei dem Wettergott empfohlen:
Jetzt schon zu sparen w├Ąr nicht klug
hhk




Theaterbesuch

Wir geh´n gerne ins Theater,
haben sogar abonniert.
Oma., Opa, Mutter, Vater –
Wir sind schlie├člich kultiviert.

Sonntagabend, nach dem Essen,
geht’s vereint zum Kunstgenuss. –
Opa hat´s Gebiss vergessen,
allgemein ist der Verdruss.

Opa sagt: „Was soll ich machen?
Wozu brauch ich ein Gebiss?
Bei Maria Stuart lachen
scheint doch ziemlich ungewiss.“
                        Helmut H: Kr├╝ger





Betriebsunfall
Im Osten der Stadt, wurde heute bekannt,
sei eine Fabrik v├Âllig niedergebrannt.
Was wurde dort in der Fabrik fabriziert?
Ger├Ąte zum L├Âschen, hie├č es resigniert.

hhk

Septembertage
Der Sommer wurde l├Ąngst vern├╝nftig,
die gro├če Hitze ist vorbei.
So wie es aussieht gibt es k├╝nftig,
aufs Jahr geseh´n, kein Hitzefrei.

Die Raben taumeln hinter Pfl├╝gen
in jedem Jahr das gleiche Bild.
Es hei├čt sich der Natur zu f├╝gen.
Die Winteraussaat wird gedrillt.

Inzwischen ist es deutlich herbstlich,
die Farben leuchten Blatt f├╝r Blatt.
Man sp├╝rt es deutlich, dass der Herbst sich
fest bei uns eingeschlichen hat.

Ich werkel noch in meinem Garten,
kl├Ân gern dort mit der Nachbarschaft.
Die Winter├Ąpfel k├Ânnen warten.
Die sind dies Jahr ganz fabelhaft.

Heut Nacht soll es schon k├Ąlter werden,
sagt ein Herr Schrader auf N3.
Die ├äpfel wird’s wohl nicht gef├Ąhrden,
wenn doch - entf├Ąllt manch Leckerei. hhk


 


Vom Wahnsinn
Die Dicken und die Reichen sind
auf Schiffen unterwegs,
F├╝r alle Folgen sind sie blind.
Daf├╝r schmecken die Steaks.
Zusehends suchen immer mehr
auf diesem Weg ihr Gl├╝ck.
Zerst├Ârt das Reisen auf dem Meer
die Umwelt St├╝ck f├╝r St├╝ck.?
Ob man den Wahnsinn nochmal stoppt?
Sieht man noch l├Ąnger zu?
Weil bisher alles and´re floppt:
Bermuda Dreieck do
hhk

 

Pech
oder die Folge eines
Niesanfalles
Er griff mit dichter Nase
nach einer Trichtervase.
Ein pl├Âtzliches "hatschi" -
da ging das St├╝ck perd├╝.
Es brach in tausend Scherben,
wie schade f├╝r die Erben,
denn dieses gute Ding
war aus dem Hause "Ming
hhk


Die Sonne scheint, der Himmel lacht.
Es wird ein sch├Âner Tag,
der uns heut sehr viel Freude macht.
So wie es jeder mag.

Die meisten Blumen schon verbl├╝h´n.
Im Garten hinterm Haus
noch ein paar rote Astern gl├╝h´n.
Der Sommer ist bald aus.

Die V├Âgel, die formieren sich
zu ihrem gro├čen Zug.
Nach S├╝den, wie schon ewiglich.
geht dann der weite Flug.

Und heut, wer wei├č woran das lag,
verging die Zeit im Nu;
Mit ´nem Altweibersommertag
hat ich ein Rendezvous. hhk


R├╝ckgratver├Ąnderung

Wer sitzt, dr├╝ckt sich den Hintern platt
und seinen R├╝cken rund.
Wenn er noch schlechte Karten  hat,
dann wird er auch noch wund.

Im Liegen geht es noch ganz gut,
es k├Ânnt kaum besser sein.
Steht er, verl├Ą├čt ihn all sein Mut,
er k├Ânnt vor Schmerzen schrei´n.

Wer R├╝cken hat, dem geht es schlecht,
das Leid ist oft komplett.
Am meisten w├╝nscht er sich in echt -
ein sch├Ânes weiches Bett. hhk


Zum Muttertag

Einst brachte ich an diesem Tag
mit ´nem gestohl´nen Blumenstrau├č,
als Dank f├╝r all die M├╝h´und Plag,
ein bisschen Freude dir ins Haus.

Heut´schreib ich aus der Ferne dir
mit Kugelschreiber ein paar Zeilen,
auf buntem Muttertagspapier.
Und ├╝berla├č der Post die Meilen.

Gern lie├č ich mich als „Blumenklau“
f├╝r dich noch mal erwischen;
wenn Blumen daf├╝r dann genau,
wie einst auf bunten Tischen,

das Zimmerchen wie einen Saal
so sch├Ân und festlich schm├╝ckten,
und deine H├Ąnde mich nochmal -
wie einst so z├Ąrtlich dr├╝ckten. hhk



Rapsbl├╝tenpracht

Oh honigs├╝├če Bl├╝tenpracht,
wie k├Ânnt´ ich dich besingen?
Die Sonne hoch am Himmel lacht,
k├Ânnt´ so mein Liedchen klingen?

Der V├Âglein Zwitschern h├Âre ich,
dazu der Bienen summen.
Im Hintergrund da mischte sich
ein Dieselmotorbrummen.

Ja, so wie dieses Lied jetzt klingt
verge├č ich gern die Zeiten,
und w├╝rde mit dir leicht beschwingt
durch diese Landschaft schreiten.

Oh honigs├╝├če Bl├╝tenpracht,
dein Bild ist wohl gelungen,
die Freude, die du uns gebracht -
wird heut noch mal besungen. hhk


Erfahrungen

Hannes kommt nun in die Jahre.
Neben Z├Ąhne sind die Haare
ihm, bekennt der Mann beklommen
jetzt vom Zahn der Zeit genommen.

Au├čen schlie├čt nun die Per├╝cke
recht und schlecht die gro├če L├╝cke.
Innen hat er wei├č wie Schw├Ąne
ein paar neue Kunststoffz├Ąhne.

Hannes mu├č sich an die sch├Ânen
neuen Z├Ąhne erst gew├Âhnen.
Bald h├Ârt man die Leute fragen:
„Hannes, ist das zu ertragen?“

„Ich gew├Âhn mich nie und nimmer,
doch ein Holzbein w├Ąre schlimmer.“hhk



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  1. Hallo Helmut,ich lese deine Gedichte mit einem Schmunzeln und bin erfreut ,dass du meinen Blog mit deinen Gedanken bereicherst.

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  2. Liebe Sieghild,
    die besinnlichen, lustigen und naturverbudnenen Gedichte von Helmut H. Kr├╝ger
    sind sehr ansprechend. Wunderbar, dass du hier einige vom ihm ver├Âffentlichen darfst.
    Liebe Gr├╝├če, deine Karin

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  3. Kommentare:

    Helga F.Samstag, 30. November 2019 um 15:42:00 MEZ
    Liebe Sieghild,
    der Herr H.H.Kr├╝ger hat eine wirklich humorige Art zu schreiben,
    seine Gedicht haben mich schmunzeln lassen. Danke f├╝r diesen Tipp.
    Sch├Ânen 1. Advent, mit der n├Âtigen Ruhe um ihn genie├čen zu k├Ânnen.
    Gru├č Helga

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    AnonymFreitag, 27. M├Ąrz 2020 um 17:34:00 MEZ
    Humrvoll und hinterr├╝ndig, durchaus lesenswert

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├ťber den Eintrag bin ich sehr erfreut und sage hiermit :
❣"Herzlichen Dank!"❤