Alles flüchtig
Zeit, du flüchtigste der Freuden,
weilst nur kurz an einem Ort.
Im unsäglichen Vergeuden
fließt dein Dasein nahtlos fort.
Sprich, was soll ich denn behalten,
wenn du jede Hoffnung stiehlst?
So nur kann ich bloß verwalten,
was im Taktmaß du befiehlst.
Ach, ich sah in meinen Träumen,
was verborgen blieb am Rand.
Sah ein großes Meeresschäumen
der Unendlichkeit im Sand.
Zeit, du kostbarste der Schätze,
wirst im Stundenglas verheizt
Zeig mir bis zum Schluss die Plätze,
wo man nicht mit Schönheit geizt.
Flüchtig sind die letzten Schritte
und ein Wort schwebt sanft betont
aus dem Dasein einer Mitte,
die zurückbleibt - unbewohnt.
(c) U.W. 2026