BIRGIT GEDICHTE SEITE 3

 Birgits Gedichte Seite 3


Inhalt:






Pflück dir das Glück
Der Schlüssel zum Herzen
Eine kleine Geste
Oktoberfeuer
Die frische Saat
In der Traumwelt gefangen
Das Buch in deiner Hand
Des Herbstes Hand
Herbststunden
Folgerichtig
Der eigene Sinn
Ein Jahr mehr Leben
Echo der Seele
Der Hausbaum
Wolkentraum
Waldesruh
Zeit für uns
Zögerndes Glück
Im Lebensschatten
Der Herbst im Rebenmeer
Reise durch das Leben
Unaufhaltsam
Zeit der Reife
Zuflucht
Wie gewonnen so zerronnen
Gratwanderung
Ein starkes Ich
Knackiger Ruhestand
Goldene Zeit
Ein warmer Abschied
Wolkenträume
Mit Mut
Im Traumreich
Goldenes Herz
Auf dem Gipfel
Am Firmament
Erinnerung
Zuversicht
Die Kunst zu leben
Ein letzter Sommertag
Brücke zum Herzen
Herzschlag Echo...Akrostichon
Himmlisches Vergnügen ... Elfchen
Der streng getaktete Tanz
Das Gift im Heute
Zu nah am Wasser
Der Mann im Mond
Stille Wunder
Treue Wegbegleiter
Kein Ausweg
Ohne Vorbehalt
Im scheinbaren Nichts
Auf Sternenpfaden
Liebe ist
Lebensglück
Inder Seele unzertrennlich
Den Sommer feiern
Liebeszins









Die frische Saat
 
Ein Vorsatz ist ein stiller Keim,
gepflanzt in den Gedankenraum.
Er bricht das alte, starre Heim
und sucht den Weg als Lebensbaum.
 
In ihm ruht Kraft, noch unentdeckt,
wie Feuer unter weißer Asche.
Ein Wille, der die Zukunft weckt,
mit Mut füllt jede leere Flasche.
 
Er ist nicht nur ein platter Schwur,
der mit dem Jahreswechsel flieht.
Er ist ein Aufbruch auf die Spur,
auf der ein neues Werk geschieht.
 
Das Potenzial in ihm ist riesengroß,
so mach' dich auf zu neuer Tat.
Lass alle alten Zweifel einfach los
und nütz' doch diese frische Saat.
 
© Birgit Klingebeil [2026]
 

 

 



Das Buch in deiner Hand
 
Das Leben ist kein leichter Traum,
kein stilles Schweben durch den Raum.
Mal verlangt es Kraft, mal fordert's Mut
und nicht jeder Tag ist leicht und gut.
 
Oft stolpern wir durch graue Nacht,
die uns den Weg beschwerlich macht.
Doch tief in uns da liegt die Kraft,
die Welten formt und Neues schafft.
 
Denn jeder Schritt, den du riskierst,
und jede Hoffnung, die du spürst,
färbt dieses Grau mit buntem Licht,
bis der neue Tag ganz hell anbricht.
 
Du hältst das Buch in deinen Händen,
es liegt an dir, den Blick zu wenden.
Du kannst dein Heute selbst gestalten
und deinen Traum dann voll entfalten.
~~~~~
Dann wird aus harter Wirklichkeit
ein Leben voll von Leichtigkeit.
 
© Birgit Klingebeil [09/2026]




Herbststunden
 
Golden tanzen Baumkronen im Wind,
wenn die bunten Herbststunden beginnen,
und färben sich rot dann ganz geschwind,
während die Tage leise verrinnen.
 
Ein Teppich aus Kastanien und aus Moos,
lädt uns ein zum Verweilen und Gehen.
Im milden Licht, so weich und so groß,
bleibt die Welt für Sekunden kurz stehen.
 
 Der Wind singt ein Lied von Abschied und Zeit
und raschelt laut in dem bunten Kleide.
Doch bringt uns der Herbst auch Gemütlichkeit,
voller Wärme, voll Farben und Freude.
 
 © Birgit Klingebeil [2026]

 


















Zeit für uns
 
Mein Enkelsohn, der Herzensdieb,
hat seine Omi wirklich lieb.
Oftmals fragt er bei mir an,
ob er hier übernachten kann.
 
Auch ich hab’ ihn sehr gern bei mir
und wünschte, er wär' öfter hier.
Doch Job und Schule ließen kaum Zeit,
für Spiel, Spaß und Gemeinsamkeit.
 
Da Omi jetzt aber im Ruhestand,
reiche ich dir, Vinci, meine Hand.
Versprochen: Nun wird es gelingen,
mehr Zeit miteinander zu verbringen.
 
 
© Birgit Klingebeil [08/2023]

##
Zögerndes Glück
 
"Verzeih!", sagt er, und "Ich liebe dich."
Das hat sie ersehnt - stets inniglich.
Auch geträumt davon so manches Jahr,
und gehofft darauf, der Traum wird wahr.
 
Mit warmen Blicken schaut er sie an,
zieht sie wieder wie einst in den Bann.
Doch kann es wirklich so einfach gehen,
sich einander noch mal zu verstehen?
 
Dem Glück erneut die Hände reichen?
Vergangenes aus dem Herzen streichen?
Sie ist schon gern zu diesem bereit.
Doch ob es klappt, zeigt nur die Zeit.
 
© Birgit Klingebeil [2024/2026]

++

Im Lebensschatten
 
Ein stilles Schweigen zieht ins Land,
zerbrechlich wird das lose Band.
Die Furcht greift leise nach dem Sinn:
Wo will ich sein? Wo bin ich hin?
 
Ist denn mein Name längst verweht,
weil man plötzlich ganz alleine steht?
Die Freunde schweigen, fern und still,
als ob man nicht mehr kommen will.
 
Ich steh' am Rand und schau' nur zu,
kein ladend Wort bringt Herzensruh'.
Gehört man nicht mehr zum Geschehen,
da die anderen blind vorübergehen?
 
Und plötzlich pocht in dunkler Nacht,
das Herz – von keinem mehr bewacht.
Wenn bald der letzte Vorhang fällt,
geh' ich dann auch alleine aus der Welt?
 
Doch stirbt die Angst im Morgenlicht,
wenn Liebe leise zu uns spricht.
Zart wird die Hoffnung immer wehen,
keiner muss nur im Schatten stehen.
 
© Birgit Klingebeil [08/2026]

 

##
Der Herbst im Rebenmeer
 
Gespeist vom tiefen, warmen Grund,
steht Stock an Stock im Morgenlicht.
Die Trauben hängen schwer und rund,
in diesen Reihen, dicht an dicht.
 
Ein Klicken schallt durch’s Rebenmeer,
die Scheren schneiden flink und leis’.
Die Körbe füll'n sich mehr und mehr,
das ist der Lohn für Fleiß und Schweiß.
 
Der Sommer war den Trauben hold,
der Erde Saft ward uns gebracht.
Ob dunkles Blau, ob helles Gold,
es wird zu edlem Wein gemacht.
 
Die Winzer zieh'n mit frohem Gruß
vom Weinberg heim, das Werk getan.
Der süße Most, ein wahrer Fluss,
fängt nun im Fass zu reifen an.
 
© Birgit Klingebeil [09/2026]

+++
Die Reise durch das Leben
 
Das Leben ist ein weiter Weg,
ein Pfad aus Licht und Schatten,
führt über manchen engen Steg
und durch verblühte Matten.
 
Wir packen uns'ren Koffer schwer
mit Träumen, Mut und Sorgen.
Wir wandern durch ein Zeitenmeer
ins Ungewiss von morgen.
 
Mal stürmt es, mal erstrahlt die Sonne,
dann wieder bleibt man suchend steh’n.
Doch jede Meile bringt auch Wonne
und lässt uns diese Welt versteh’n.
 
Es kommt nicht auf das Ende an,
auch nicht auf das Ziel der Reise,
nur wie man seine Lebensbahn
beschreitet auf die eig'ne Weise.
 
© Birgit Klingebeil [09/2026]

 



Zeit der Reife
 
– In Vollendung –
Der Herbst kommt, der Sommer geht,
ein kühler Wind über die Hügel weht.
In dieser Zeit wird die Natur ganz still,
zeigt uns, was sie uns schenken will.
 
Wo leuchtend rot der Apfel lacht,
biegen sich Äste unter der Pracht.
Die Ähren stehen dicht an dicht
und Reben brennen im Abendlicht.
 
Im tiefen Wald, im feuchten Moos
wird auch das Reich der Pilze groß.
Der Kürbis glänzt im Gartenbeet,
wo noch die Vogelscheuche steht.
 
Ein sattes Gold, ein tiefes Rot,
das uns der Tisch des Lebens bot.
Der Herbst vollendet, was begann,
und zündet sanft die Stille an.
 
© Birgit Klingebeil [09/2026




Wie gewonnen - so zerronnen
 
Ein Netz aus Worten, fein gewebt,
doch Gift ist das, was darin lebt.
Die Wahrheit wird zum Zerrbild bloß,
der Hochmut macht die Lüge groß.
 
Wer Falschheit sät in seiner Spur,
will kränken und verletzen nur.
Er lenkt den Blick, er führt in Not,
sein Wort bricht er wie trocken Brot.
 
Doch Masken fallen, Stück für Stück,
kein Trug bringt wirklich wahres Glück.
Was durch Betrug gewonnen scheint,
ist stets mit Einsamkeit vereint.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

 ##

Gratwanderung
 
Der Morgen küsst die grünen Matten,
wir wandern durch den Lärchenhain.
Die Bäume spenden sanften Schatten,
sonst liegt der Weg im Sonnenschein.
 
Der frische Duft von Harz und Nadeln
umweht uns auf dem schmalen Pfad,
wenn sacht die linden Winde adeln
die Stille - und ihren leisen Rat.
 
Dann plötzlich, es ist wie ein Wunder,
öffnet sich uns ein Blick in das Tal;
ein Fluss zieht silbern sich hinunter,
beschienen vom hellen Sonnenstrahl.
 
Die Berge ringsum stehen in Reih’n,
bewaldete Gipfel, stolz und kühn,
und lassen uns im milden Schein
staunend durch die Bergwelt zieh'n.
 
Wir spüren frischen Wandermut
und bleiben doch sinnend kurz steh'n.
Im Glück, das in dem Schweigen ruht,
bevor beschwingt wir weiter geh'n.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

+++

Ein starkes Ich
 
Der Sturm mag heulen, wild und laut,
der Wind an deinen Mauern zerren,
doch wer auf seine Stärke vertraut,
den können keine Ängste sperren.
 
Es bricht das Holz, das starr und alt,
es reißt das Seil unter der Last,
doch deine Seele sucht sich Halt,
in dem, was du im Herzen hast
 
Du bist wie Schilf im tiefen Moor,
das sich im harten Winde biegt,
doch richtest du dich stets empor,
bis deine Kraft am Ende siegt.
 
Nichts auf der Welt wirft dich zurück,
kein Dunkel raubt dir dein Gesicht.
In jedem Splitter wohnt ein Glück,
du beugst dich wohl, doch ...
brichst du nicht.
© Birgit Klingebeil [2026]

Knackiger Ruhestand
 
Wie sehr hab’ ich mich auf die Rente gefreut,
auf Freiheit von Zwängen und Endlosigkeit!
Ein neuer Abschnitt, so dacht’ ich mir froh,
mit Zeit für die Lieben, viel Schönes und so.
 
Doch ist diese Umstellung wirklich enorm,
der Körper gerät völlig und ganz aus der Form.
Was früher mal flink und mal eben gelang,
wird heute zum mühsamen Hindernisgang.
 
Im Rücken da zwickt es, die Knie spielen verrückt,
vom Bücken bin ich nicht gerade beglückt.
Schwere Beine, bereits beim Aufsteh’n am Morgen
die Puste wird knapp, das macht mir schon Sorgen.
 
Soll ich etwa doch wieder die Arbeit rocken?
Nur weil mir das Turnen den Atem lässt stocken?
Dort hab ich mich wahrlich mehr noch bewegt,
also - wird der Fokus auf „Walking“ gelegt!
 
Es sind nur die Pausen, die Trägheit im Blut,
drum tut mir Elan und auch Ausdauer gut.
Dem Schlendrian wird jetzt der Kampf angesagt,
damit mir der Ruhestand auch richtig behagt!
 
© Birgit Klingebeil [2023/2026]

##

Eine goldene Zeit
 
An jedem Spalier reift schon der Wein,
denn jubelnd zieht der Herbst nun ein
Schnell nimmt den Pinsel er zur Hand
 
und bemalt im Nu das ganze Land.
Aus Grün wird jetzt ein Sonnengelb,
das strahlt hinauf zum Himmelszelt.
Ein sattes Rot, ein warmes Braun,
schau'n froh über den Gartenzaun!
 
Der Wind, er pfeift ein freches Lied,
das über Stoppelfelder singend zieht.
Wild wirbelt er Blätter durch die Luft,
umweht uns mit süßem Apfelduft.
 
Farbenfroh steigt ein Drachen empor,
schwebt weit über dem Scheunentor,
tanzt fröhlich im wilden Wolkenmeer
und schaut vergnügt von oben her.
~~~~~
Bricht nun die gold’ne Herbstzeit an,
schlägt uns ihr Zauber in seinen Bann.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

 ##

Ein warmer Abschied 

Der Wind zieht leise durch das Tal
und flüstert von vergang’nen Tagen,'
das Sonnenlicht wird langsam schmal,
die Schwalben weite Reisen wagen.

 Ein letzter Strahl aus purem Gold
liegt weich auf müden Wiesen.
Der Sommer hat sein Glück gezollt,
dies durften wir genießen.

 Ein erstes Blatt am großen Baum
färbt leuchtend sich in sanftem Rot,
der warme Tag wird nun zum Traum,
den uns die Sonne einmal bot. 

Noch küsst sie warm das Stoppelfeld
bevor der Nebel sacht erwacht.
Ein gold’ner Abschied von der Welt,
eh uns der Herbst entgegenlacht. 

Wir lassen los, was uns beglückt,
und danken für das helle Licht.
Bis uns die nächste Pracht entzückt,
wenn Purpurglanz dann zu uns spricht.

 © Birgit Klingebeil [09/2026]



Mit Mut wird alles gut
Es knackt das Knie, der Rücken spannt,
oft ist der Brillenplatz dir unbekannt.
Was früher leicht zu händeln ging,
ist heute meist ein schweres Ding.
 
Die Jugend flieht, das Haar wird grau,
nicht alles weiß man mehr genau.
Doch wer verzagt, hat schon gefehlt,
weil jede Falte vom Leben erzählt.
 
Es braucht viel Mut, um jedes Jahr,
zu nehmen, wie's halt eben war.
Wer tapfer durch die Jahre geht,
und stolz zu seinen Mängeln steht,
 
der lacht dem Alter ins Gesicht,
denn bange machen gilt hier nicht.
Man altert laut und man altert frei,
doch Feiglinge sind nicht dabei!
 
© Birgit Klingebeil [2026]


+++
Im Traumreich
 
Die Welt da draußen lärmt und eilt,
sie fordert Zeit, sie fordert Schritt.
Doch wer im Reich der Träume weilt,
nimmt diese laute Welt nicht mit.
 
Ein zarter Vorhang fällt aus Licht,
die graue Pflicht verblasst im Nu.
Was gestern war, das zählt hier nicht,
ich schließ' nur sanft die Augen zu.
 
Der Geist entflieht dem engen Raum,
kein Seil, kein Netz, das ihn noch hält.
Es webt sich Traum an bunten Traum,
verweil ich stumm in dieser Welt.
 
Doch reißt der Tag mich jäh zurück,
der Vorhang hebt sich, hell und kühl.
Es bleibt ein kleiner Rest vom Glück,
voll tiefer Sehnsucht und Gefühl.
 
© Birgit Klingebeil [08/2026]








Erinnerung
– Das bewachte Gestern –
Im Garten der verblassten Zeit,
steht er im stillen, warmen Kleid.
Ein Geist, der niemals von da weicht
und uns so manches Mal erreicht.
 
Die Erinnerung, so stark und rein,
schließt unser ganzes Wesen ein.
Sie hält das Licht vergang’ner Tage,
gibt Antwort auf die stumme Frage.
 
Was wir verloren, bleibt bewahrt,
auf unserer langen Lebensfahrt.
Sie schützt den Schmerz und hütet Glück
und bringt den Augenblick zu uns zurück.
 
Sie warnt uns vor dem tiefen Fall,
hört der Erfahrung leisen Schall.
So bleibt das Gestern stets bewacht –
vom treuen Wächter der Gedankenmacht.
 
© Birgit Klingebeil [2026]


Zuversicht
Traurigkeit – sie drückt mich nieder;
ich hoff', bald scheint die Sonne wieder.
Doch noch fließen Tränen ab und an,
die ich zurück nicht halten kann.
 
Schatten legen sich aufs Herz,
und jeder Atemzug bringt Schmerz.
Die Stille hüllt mich lastend ein;
ich fühl' mich einsam und allein.
 
Graue Wolken zieh'n vorbei,
doch irgendwann da bin ich wieder frei.
In der Dunkelheit erscheint ein Licht,
das die Nacht am Ende bricht.
 
© Birgit Klingebeil [05/2026]

+++

 Die Kunst, zu leben
 
Die Kunst, zu leben, liegt im Moment,
im stillen Licht, das sanft nur brennt.
 
Es ist kein Weg nach starrem Plan,
kein blindes Rennen in der Bahn.
 
Es heißt zu verweilen, hinzuschauen,
dem eigenen Rhythmus zu vertrauen.
 
Das Große oft im Kleinen sehen
und stürmische Zeiten überstehen.
 
In stetigem Wandel ruht die Kraft,
die sanft den bunten Alltag schafft.
 
Ein Lächeln in das Grau gestellt,
erhellt sogleich die ganze Welt.
 
Aus jedem Tag ein Bild zu weben.
Das ist sie wohl: Die Kunst, zu leben.
 
© Birgit Klingebeil [2026]


 +++  
 
Ein letzter Sommertag
 
Wie im Bilderbuch gemalt der Tag,
der Wind ein leiser, warmer Hauch.
Ein Glücksgefühl, das ein jeder mag,
denn Sonne brauchen wir ja auch.
 
Der Himmel strahlt im reinsten Blau,
das Gras steht hoch und duftet süß.
Die Welt vergisst ihr Alltagsgrau,
noch einmal öffnet sich das Paradies.
 
Wir fangen die Sonnenstrahlen ein
und halten die goldene Stunde fest.
Ewiglich könnte es so herrlich sein,
wenn das Glück uns nicht verlässt.
~~~~~
Ein Bild,
das die Schönheit des Sommers zeigt,
bis sich der Tag dann dem Ende neigt.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

+++
Brücke zum Herzen
 
Herzlich lachen hält die Seele jung
und öffnet weit andere Herzen.
schnell kommt man dann in Schwung
und ist auch aufgelegt zu Scherzen.
 
Ein heit’rer Sinn vertreibt die Sorgen,
und bringt Leichtigkeit in jeden Tag
Man sorgt sich weniger um Morgen,
weil Lachen Kraft zu geben vermag.
 
Es ist der schönste Gruß am Ort,
vertreibt die grauen Wolkenwände.
Lachen verbindet Menschen sofort
und man reicht einander die Hände.
 
© Birgit Klingebeil [2026]





Der streng getaktete Tanz
 
Räder drehen, Zeiger jagen,
tausend Fragen, laute Klagen.
Schritte rennen durch das Licht,
doch das Auge sieht dich nicht.
 
Handys klingeln, Stimmen hallen,
während Mauern uns umwallen.
Jeder hetzt und niemand bleibt,
weil die Zeit uns vorwärts treibt.
 
Eilen, streben, weitergehen,
keine Sekunde stillzustehen.
So zieht die laute Welt vorbei,
im grauen, rasenden Einerlei.
~~~~~
Doch wenn die Nacht das Land umschließt,
endlich ein Strom von friedlicher Stille fließt.
Der Atem wird flach und das Herz sehr weit,
geheilt von der betriebsamen Dringlichkeit.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

 

Das Gift im Heute
 
Du brichst das Fundament in Stücke,
das uns durch uns're Jahre trug.
Und jede einst geschlagene Brücke
wird nachträglich zu Lug und Trug.
 
Was schön war, wird von dir vergiftet,
weil du das Heute grausam färbst.
Und Bilder, die du neu gestiftet,
sind Dolche, die du mir vererbst.
 
Ich schau' zurück und zweifel leise:
War einstmals alles nur ein Schein?
Du raubst mir so, auf diese Weise,
das Recht, im Herzen ganz zu sein.
 
Da ist kein Duft, kein schönes Schweigen,
wenn du den Wert von einst zerfrisst.
Nur Scherben, die mir deutlich zeigen,
wie fremd du mir geworden bist.
 
Es bleibt, wenn du es jetzt zerstörst,
nur ein Blick zurück in kaltem Licht.
Die Wahrheit, dass du nicht mehr hörst,
und die Erinnerung, die nun zerbricht.
 
© Birgit Klingebeil [2026]

 

##

Zu nah am Wasser
 
Manchmal kann ein Wort genügen,
dass eine Träne aus den Augen fließt
Ich kann die Gefühle nicht betrügen,
wenn sich die Welt in mir ergießt.
 
Man sagt, ich sei zu nah am Wasser,
gebaut auf weichem, nassen Grund.
Die Farben ringsum werden blasser,
erbebt das Herz zu jeder Stund'.
 
Jedoch schenkt Wasser Leben Klarheit
und wäscht Staub von einem Schmerz.
In jeder Träne liegt auch Wahrheit,
sie öffnet das verschloss'ne Herz.
 © Birgit Klingebeil [2026]

+++

Der Mann im Mond
 
Der Mann im Mond sitzt ganz allein
und schaut in unser Zimmer rein.
Er hat kein Bett, er hat kein Kissen
und wird dies auch nie vermissen.
 
Er knabbert gern am Sternenkeks,
lacht mit den Schnuppen unterwegs,
tanzt mit dem Großen Bären wild,
der funkelnd seine Sehnsucht stillt.
 
Er hüllt sich ein in Sternenstaub,
den er den Feen hat geraubt.
Im Dunklen hört er den Eulen zu
und legt sich morgens erst zur Ruh'.
 © Birgit Klingebeil [2026]

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